Aktuelle Meldungen aus dem Fahrlehrer-Kompetenzzentrum

Berufskraftfahrer, Fahrlehrer und Fahrschüler finden hier die wichtigsten News rund um das Thema Verkehr.

Meldungen

StVO: Das ändert sich für Radfahrer 2017 02.01.2017 Fußgängerampel gilt nur noch für Fußgänger

Die wohl größte Änderung betrifft die zuvor verwirrende Regelung bezüglich Fahrrad- und Fußgängerampeln. War man bislang mit dem Rad auf einem Fahrradweg neben dem Gehweg unterwegs, galt an einem Übergang oder einer Kreuzung die Fußgängerampel, wenn keine spezielle Fahrradampel vorhanden war. Ab dem 1. Januar ändert sich das: Bei einer fehlenden Fahrradampel gelten zukünftig die Fahrbahnampeln.

Unserer Ansicht nach ist dies zwar ein Schritt in die richtige Richtung, birgt jedoch gerade in Großstädten enormes Konflikt- und Gefahrenpotential. Viele Autofahrer verlassen sich beim Rechtsabbiegen nämlich auf das Signal der Fußgängerampel – zeigt diese Rot, gehen viele von „freier Fahrt“ aus und sparen sich den dringend notwendigen Schulterblick. Hier wäre nicht nur eine Sensibilisierung der Autofahrer dringend notwendig, sondern auch eine Aufklärung über die Regeländerung.

StVO: Das ändert sich für Radfahrer 2017 02.01.2017 Eltern dürfen mit Kids auf den Gehweg

Diese Änderung ist für Eltern mit Kindern im Alter unter 8 Jahren interessant. Diese müssen bis jetzt immer auf dem Gehweg fahren, auch wenn ein Radweg vorhanden ist. Zukünftig darf eine Aufsichtsperson (Alter >16 Jahre) in Schrittgeschwindigkeit neben dem Kind auf dem Gehweg fahren. Darüber hinaus dürfen Kinder unter acht Jahren ab dem 1. Januar auch den Radweg benutzen, aber nur, wenn dieser baulich von der Fahrbahn getrennt ist.

StVO: Das ändert sich für Radfahrer 2017 02.01.2017 E-Scooter zukünftig auch auf dem Radweg

Last but not least noch eine StVO Änderung im Bereich der Elektromobilität: Während Pedelecs auch schon zuvor die Radwege benutzen durften, waren E-Scooter und E-Mofas, die ohne Zutun des Fahrers bis zu 25km/h fahren, bislang gezwungen, die Fahrbahn zu benutzen. Zukünftig dürfen diese Elektrogefährte auch Radwege benutzen – vorausgesetzt, dieser eignet sich baulich dafür und ist auch ausdrücklich für die Benutzung freigegeben. Hier wird es nun etwas verwirrend: Auf dem entsprechenden Sonderzeichen steht „E-Bikes frei“; verwirrend ist dies deshalb, da mit E-Bikes in Volkssprache gemeinhin Pedelecs bezeichnet werden, der Gesetzgeber meint dagegen Zweiräder, die keine Kurbel, aber einen Gasgriff besitzen.

Aus- und Weiterbildung Berufskraftfahrer 03.01.2017 Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz

Eine Änderung des Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetzes (BKrFQG) soll ab Anfang 2017 den Missbrauch bei der Aus- und Weiterbildung von Lkw-Fahrern eindämmen. Ziel der Bundesregierung ist es, die Voraussetzungen für die Anerkennung und Überwachung von Ausbildungsstätten für die beschleunigte Grundqualifikation und der Weiterbildung im Rahmen der Berufskraftfahrer-Qualifikation zu konkretisieren. Anbieter müssen dafür künftig zum Beispiel mehr Angaben machen. In Hinterzimmern ausgestellte Gefälligkeitsbescheinigungen sollen der Vergangenheit angehören. Um schwarze Schafe abzuschrecken, sieht der Gesetzgeber erweiterte Bußgeldtatbestände mit verschärften Sanktionen vor.

Darüber hinaus soll die Reform für Grenzgänger einen Qualifikationsnachweis als Ersatz für die Eintragung der Schlüsselzahl 95 bringen. Berufskraftfahrer, die in einem EU-Mitgliedstaat wohnen und in einem anderen arbeiten, haben nämlich oft Schwierigkeiten, ihre Weiterbildungen unionsweit nachzuweisen. Auf französischen Führerscheinen ist der Eintrag der Schlüsselzahl 95 etwa nicht möglich. Die Bundesländer sollen deshalb außerhalb der Fahrerlaubnis einen europaweit anerkannten Nachweis ausstellen dürfen.

Laut der Verordnung zum BKrFQG sind die Ausbildungs- und Weiterbildungsstätten künftig übrigens verpflichtet, die Bescheinigungen tatsächlich an den Teilnehmer auszuhändigen und nicht mehr nur – wie bisher – an dessen Arbeitgeber.

Änderungen für Autofahrer 2017 04.01.2017 Eindeutige Regelung zur Rettungsgasse

Auf Autobahnen sowie außerorts auf Straßen mit mindestens zwei Streifen pro Richtung gilt künftig: Sobald Autos mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder es Stillstand gibt, müssen sie eine Rettungsgasse zwischen der äußersten linken Spur und der unmittelbar rechts daneben bilden. Bei drei oder vier Spuren fahren also die Autos auf dem linken Streifen nach links und alle anderen nach rechts.

Bisher sollte etwa bei vier Spuren die Gasse in der Mitte gebildet werden. "Die Unterscheidung nach Anzahl der Fahrstreifen wird damit endlich aufgegeben", sagt Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). "Diese Regelung schafft Klarheit und wird die Akzeptanz der Verkehrsteilnehmer erhöhen."